Ratgeber zur Aufzugsplanung
Aufzugsmaße: Kabine, Tür und Schacht gemeinsam planen
Ein Kabinenmaß beschreibt nicht den gesamten Platzbedarf eines Aufzugs im Gebäude. Kabineninnenraum, Zugang und Schacht sind getrennte Planungsgrößen. Eine brauchbare Maßprüfung verbindet die gewünschte Nutzung mit einem konkreten Modell und den Gebäudeplänen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Angaben Sie für das Projektgespräch vorbereiten können.
Wichtige Maßbegriffe in der Zeichnung
- Lichte Kabinenmaße
- Nutzbare Innenbreite und Innentiefe; der Bezug zu fertigen Oberflächen muss erkennbar sein.
- Lichte Türöffnung
- Nutzbarer Durchgang bei geöffneter Tür, getrennt von Rahmen- und Wandöffnung.
- Schachtmaße
- Breite und Tiefe des Schachts mit eindeutigem Innen- oder Außenbezug.
- Schachtgrubentiefe
- Maß des unteren Schachtbereichs anhand der Bezugspunkte im technischen Schnitt.
- Schachtkopfhöhe
- Maß des oberen Schachtraums über der obersten Haltestelle; nicht mit einer Raumhöhe gleichzusetzen.
- Förderhöhe
- Maß des vertikalen Fahrwegs, getrennt von Haltestellenzahl und Raumhöhe.
Zuerst die Transportaufgabe beschreiben
Beschreiben Sie Gebäudenutzung, Geschosse und Transportaufgabe. Ergänzen Sie die Traglast um Abmessungen von Gegenständen oder Hilfsmitteln; Kilogramm allein bestimmen keine Kabinen- oder Schachtgröße. Rollstuhl und Begleitperson, Krankenhaustransporte und Güter benötigen unterschiedliche Prüfungen. Zugangsrichtung, Bewegungsfläche vor der Tür und Nutzung helfen, die passende Produktart einzugrenzen.
Kabine, Türöffnung und Schacht getrennt lesen
Kabineninnenmaße und Schachtmaße betreffen unterschiedliche Bereiche. Prüfen Sie Innen- oder Außenbezug sowie den Zustand der Oberflächen. Unterscheiden Sie die lichte Türöffnung von der bauseitigen Wandöffnung und zeigen Sie Zugänge im Grundriss. Ein pauschaler Zuschlag zur Katalogkabine ersetzt keine projektbezogene Schachtzeichnung der gewählten Ausführung.
Grundriss und Schnitt zusammen betrachten
Der Grundriss zeigt Schachtbreite, Tiefe und Zugänge; der Schnitt Haltestellen, Förderhöhe, Grube und Kopfbereich. Begriffe wie Unterfahrt oder Aufzugsüberfahrt benötigen eindeutige Bezugspunkte in der Zeichnung. Kennzeichnen Sie Einheiten und trennen Sie Bestandsmaße von Vorschlägen. Modell, Datum und Revision ermöglichen den Abgleich; eine Vorplanung ist noch keine freigegebene Ausführungszeichnung.
Bestand und Zugang zur Kabine einbeziehen
Markieren Sie bekannte Träger, Wände, Deckenöffnungen und Leitungswege. Fotos ergänzen den bemaßten Plan, ersetzen aber keine technische Prüfung. Beschreiben Sie auch Anfahrt, Wendebedarf und Begleitung auf dem Weg zur Kabine. Anlage, Zugang und Gebäude werden gemeinsam betrachtet; eine einzelne Türbreite oder Bodenfläche belegt keine barrierefreie Eignung.
Aufzug im Mehrfamilienhaus: Personenzahl und Platzbedarf
Beschreiben Sie für einen Aufzug im Mehrfamilienhaus die Zahl der Wohnungen und Haltestellen, Nutzungsspitzen sowie den Bedarf für Kinderwagen und Rollstühle. Zeigen Sie den Weg vom Hauseingang bis zur Aufzugstür in jedem erschlossenen Geschoss. Markieren Sie im Bestand Treppen und Podeste, die erhalten bleiben müssen.
Die Angabe 4 oder 6 Personen legt weder Kabinen- noch Tür- oder Schachtmaße fest. Fordern Sie für die vorgeschlagene Ausführung ein Datenblatt mit Personenzahl, Nennlast, nutzbarem Kabinenraum und lichter Türöffnung sowie einen bemaßten Aufstellungsplan an. Lassen Sie die vorgesehene Nutzung bestätigen; die Personenzahl allein belegt keine barrierefreie Eignung.
Lastenaufzug: Abmessungen von Transportgut und Hilfsmitteln
Erfassen Sie Breite, Tiefe und Höhe des größten Transportguts einschließlich Verpackung. Beziehen Sie Palette oder Transportwagen, das gesamte Transportgewicht und die Rangierfläche vor der Tür ein. Zeigen Sie, wie das Gut an jeder Haltestelle ein- und ausgeladen werden soll.
Geben Sie an, ob eine Person die Last begleiten muss, und lassen Sie die zulässige Nutzung des vorgeschlagenen Modells bestätigen. Fordern Sie eine Zeichnung mit Kabine, lichter Türöffnung, Schacht und Beladebedingungen an. Eine Traglastangabe allein belegt weder das Hineinpassen des Transportguts noch die Verfügbarkeit einer bestimmten Ausführung.
Gewünschte Zugänge über Eck: 90° im Grundriss darstellen
Wenn das Projekt zwei Zugänge im Winkel von 90° benötigt, markieren Sie beide Türen und den genutzten Zugang je Haltestelle. Betrachten Sie das Wenden in der Kabine, die Bewegungsfläche vor der Tür und den Weg des Transportguts zusammen. Ein Plan mit gegenüberliegenden Türen beschreibt eine andere Anordnung.
Lassen Sie die Verfügbarkeit dieser Zugangsanordnung für das gewählte Modell technisch bestätigen. Fordern Sie eine Projektzeichnung mit beiden lichten Türöffnungen sowie den erforderlichen Kabinen- und Schachtmaßen an. Diese Planungsfrage bestätigt weder eine 90°-Ausführung eines bestimmten AKE-Modells noch eine Projektfreigabe.
Modellbezogenes Maßbeispiel: HM800
Das veröffentlichte HM800-Blatt nennt die folgenden Werte ausschließlich für HM800. Die angegebene Grundfläche ist kein freigegebenes Schachtmaß. Lassen Sie die aktuelle Modellrevision und die projektbezogene Aufstellung bestätigen, bevor Sie die Angaben für ein Bauvorhaben verwenden.
- HM800-Grundfläche
- 1050 × 1475 mm — PDF-Seite 3; kein Schachtmaß.
- HM800-Kabineninnenboden
- 1000 × 1010 mm — PDF-Seite 3.
- HM800-Eingangsbreite laut Blatt
- 800 mm — PDF-Seite 3.
- HM800-Raumhöhe im oberen Geschoss
- Mindestens 2,5 m — PDF-Seite 2; keine Förderhöhe und kein allgemeines Schachtkopfmaß.
- Traglast des HM800
- Maximal 150 kg — PDF-Seite 2; keine Zusage zu Personenzahl oder Barrierefreiheit.
Unterlagen für die Maßprüfung
- Gebäudenutzung, zu erschließende Geschosse und Transportaufgabe beschreiben.
- Bemaßten Grundriss und Schnitt mit Einheiten und Bezugspunkten beilegen.
- Schacht, Grube und oberen Schachtraum getrennt angeben.
- Zugänge, Türpositionen und benötigte Bewegungsflächen darstellen.
- Bestandsmaße, geplante Änderungen und bekannte bauliche Einschränkungen kennzeichnen.
- Modell, Variante und Dokumentrevision mit der angebotenen Aufstellung abgleichen.
Häufige Fragen zu Aufzugsmaßen
Sind Kabinenmaße und Schachtmaße dasselbe?
Nein. Der nutzbare Kabineninnenraum und der Schacht sind unterschiedliche Bereiche. Innen- oder Außenbezug und technische Aufstellung müssen klar sein. Ein pauschaler Zuschlag zu den Kabinenmaßen ersetzt keine Zeichnung für das konkrete Modell.
Lässt sich die Kabinengröße aus der Traglast bestimmen?
Die Traglast allein reicht nicht. Platzbedarf von Personen oder Gegenständen, Türöffnung und gewählte Ausführung werden zusammen geprüft. Modellblatt und projektbezogene Zeichnung sollten dieselbe Variante beschreiben, damit sich die Angaben sinnvoll vergleichen lassen.
Welche Maße brauche ich zuerst für einen Hausaufzug?
Hilfreich sind der Grundriss des vorgesehenen Standorts und ein Schnitt durch die zu erschließenden Geschosse. Tragen Sie Zugänge und bekannte bauliche Einschränkungen ein. Ein Maßbeispiel eines Hausaufzugs ist keine allgemeine Vorgabe für andere Modelle.
Sind die 2,5 m beim HM800 die Förderhöhe?
Nein. Das HM800-Blatt bezeichnet damit die Mindesthöhe des Raums im oberen Geschoss. Daraus folgt weder eine Förderhöhe noch eine allgemeine Schachtkopfhöhe. Die jeweiligen Höhenbezüge müssen in der Projektzeichnung getrennt geklärt werden.
Projekt und vorhandene Maße besprechen
Senden Sie AKE Ihre Nutzungsvorgaben, bemaßten Pläne und bekannten Einschränkungen. Im Projektgespräch lassen sich das aktuelle Modellblatt und die benötigte Aufstellungszeichnung gezielt zuordnen.
Projekt besprechen